Weißwurst meets Bratwurst

Widmung: Für die Münchner Ministranten und Ministrantinnen – schön war’s gewesen
und für alle, die nicht dabei waren – viele Grüße, ihr habt was verpasst.

Im zweiten Anlauf hat sich letztendlich doch im Rahmen eines Besuchs beim ehemaligen Münchener und derzeitigen Prior des Würzburger Karmelitenklosters, Pater Elias, ein Treffen der Würzburger Ministranten und Ministrantinnen mit den Münchner Ministranten und Ministrantinnen ergeben: Isar meets Main, Oktoberfest meets Afrika Festival, Schloss Nymphenburg meets Festung Marienberg oder eben München meets Würzburg.

Am 11. Juli so gut wie pünktlich um 11 Uhr standen die Tore zum Hof des Klosters, in welchem die Franken bereits sehnsüchtigst die Ankunft der Ministranten und Ministrantinnen vom St. Theresia erwarteten, offen. Die Wartezeit wurde natürlich sinnvoll genutzt: Befinden wurden erfragt, Nachzügler eingesammelt, das Alphabet vorgetragen, die Anzahl der derzeitigen Ministranten und Ministrantinnen klargestellt und Grillen haben gezirpt.

Endlich fuhren zwei Autos in den Klosterhof. Schnell war klar: „I’Munich seyifikile!“ also „München ist angekommen!“. Aus den beiden PKWs stiegen vier Bambiniministranten bzw. Ministrantinnen, vier Teenyministranten bzw. Ministrantinnen, die Gemeindereferentin von St. Theresia und eine Münchner Mutti aus. Unseren Besuch konnten wir natürlich nicht erst in Ruhe ankommen lassen, da umgehend eine spannende Vorstellungsrunde und ein neugieriges Bekanntschaft-Schließen notwendig war. Obwohl es sich „nur“ um eine nationale oder gar bayerninterne Begegnung handelte, kam die heitere Stimmung dem Weltjugendtag gleich.

Mit einem stärkenden Trank im Refektorium konnte der erste offizielle Tagesordnungspunkt angegangen werden: eine im Speisesaal beginnende Klosterführung, die nicht einmal für die Hiesigen uninteressante und längst bekannte Fakten, Daten und Anekdoten beinhaltete sollte. Alle Blicke schweiften wie durch eine Zeitreise an beeindruckenden Gemälden und schließlich an unzähligen mit mannigfaltigen, wichtigen, von fast allen gelesenen Büchern angefüllten Regalen in den verschiedensten Zimmern bis unters Dach entlang. Die Sakristei holte uns wieder zurück in den realen Alltag. Mit der Sakristei, die so eingerichtet ist, dass man um eine sehr große Holzkommode Fangen spielen könnte, und mit unsren geradezu ästhetischen Ministrantengewändern konnten wir absolut punkten. Aber es sei selbstverständlich gesagt, dass alles seine Vor- und Nachteile und jede Medaille zwei Seiten hat.

In der Kirche selbst gibt es unfassbar viel zu entdecken und besprechen. Von den Wandgemälden über den Baldachin bis hin zum Streichelzoo – insbesondere den Ratten, die den Türrahmen zum Beichtstuhl zieren. Wer allerdings die Bananenschalen im Altargemälde noch nicht entdeckt hat, der sollte sich diesbezüglich dringendst aufklären lassen!

Die Krypta kam uns allen an dem doch recht warmen Samstag sehr entgegen und das nicht nur, um zu lernen, dass R.I.P. nicht nur für Ruhe In Phrieden oder Rest In Peace, sondern vielmehr für Resquiescat In Pace steht, dass das Gebäude einst von reuenden Frauen bewohnt wurde, dass der Baldachin sich genaugenommen bis in den Keller erstreckt und dass das Vermieten der Locoli als Schlafplatz in hitzigen Nächten sicher ein riesen Geschäft wäre.

Gegen Mittag war es an der Zeit, die Mauern des Klosters zu verlassen und in das bukolische Würzburg hinaus zu ziehen. Auf dem Weg zum Kaufhofdinea bot sich die Gelegenheit, nun über St. Theresia ins Gespräch zu kommen: die Farbe des Kirchturms, die Art der Ministrantengewänder, das anstehende Pfarrfest sowie Aktionen aktiver Ministranten. Bei Salat, Pommes, Schnitzel und Mouse saßen wir friedlich beieinander, wobei die positiv ausgefallene Blickprognose des Essens durch unseren vitalisierten Geschmackssinn bestätigt werden konnte. Ein Lob an die Fritteuse!

Am Ende unserer Begegnung hatten wir offensichtlich über unseren Tellerrand hinausgeschaut, hatten wir offensichtlich über die Weinberge der Hauptstadt von Unterfranken hinaus geblickt und bleiben so als Ministranten und Ministrantinnen sowie als Kirchgänger und Kirchengängerinnen der Karmeliten, deren Ordensmitglieder – ganz nach Heraklits Ausspruch „Panta Rhein“ – mit ihrem Hin- und Herziehen das karmelitanische Untereinander und Miteinander über eine Stadt hinaus belebt halten, verbunden.

Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle all denjenigen, denen sonst nie gedankt wird und die das Treffen ermöglicht haben – durch das Übernehmen der Autofahrten, das Vorbereiten der Führungen, das Zubereiten des Essens, das zuverlässige und stets pünktliche Vermitteln von E-Mails, das Repräsentieren der Münchner Ministranten und Ministrantinnen, das Bilden eines reisewilligen Pater-Elias-Fanblocks, das Vertretern der Würzburger Ministranten und Ministrantinnen (das konnten im Übrigen leider nur drei – PS: Alle guten Dinge sind DREI).

Neue Kalender für 2014

Kalender 2014Am kommenden ersten Adventssonntag bieten wir im Anschluss an die Gottesdienste wieder unseren Kalender für das Jahr 2014 an. Der Preis je Exemplar beträgt 6,50€. Wie in den letzten Jahren enthält der Kalender Motive aus dem Kirchenjahr rund um das Reuererkloster. Mittlerweile handelt es sich schon um den 10. Jahrgang. Die Erlöse setzen wir für Gruppenaktivitäten ein.

Wer Interesse hat, möge am Sonntag um 09.30 Uhr, 11 Uhr oder 18 Uhr unsere Gottesdienste besuchen, ansonsten ist er aber auch an der Klosterpforte erhältlich.