Sempre Roma – Minisfreizeit 2013

2007 Sieben Ministranten brechen in stürmischen Zeiten mit zwei Begleitern nach Rom bzw. überhaupt zum ersten Mal ins Ausland auf. Für fast alle ist es der erste Rom-Aufenthalt, Papst Benedikt ist erst zwei Jahre im Amt und auch der Ordensgeneral darf mal die MdKkW persönlich kennen lernen.

2008 Der Sturm ist ins Exil abgezogen, das Ziel der Minisfreizeit ist München, „….Rom wäre aber auch nochmal schön.“

2010 In einer spanische Woche bewegen sich sieben Ministranten mit Prior von Toledo aus auf den Spuren der Hl. Teresa de Jesus und des Hl. Juan de la Cruz und setzen damit noch eines drauf – 100% karmelitanisch.

2011 Während der idyllischen Minisfreizeit in Niederaudorf fällt die Entscheidung, zwei Jahre später erneut nach Rom zu fahren. 

2012 Vincent entschließt sich für ein soziales Jahr bei den Benediktiner von Sant‘ Anselmo in Rom, wodurch die Motivation noch mehr steigt, das Vorhaben tatsächlich zu realisieren. Planungen beginnen und im Herbst wird gebucht.

2013 Sechs MinistrantInnen machen sich am Samstag nach Pfingsten zu früher Stunde auf, um den siebten Ministrant in Rom zu besuchen und um die Eindrücke ihrer ersten Reise vor sechs Jahren aufzufrischen bzw. zu erweitern. Angesichts des Ziels und der weiten Fahrt wird die Reisezeit – wie schon bei der Spanienreise – auf acht Tage ausgedehnt. Bei ihrer Planung ahnen sie jedoch nicht, dass sie auf einen neuen Papst treffen werden, denn nur wenige Tage nach Erhalt der Bestätigung für die Audienzkarten gibt Papst Benedikt seinen Rücktritt bekannt. Umso spannender ist im März die Frage, wer als neuer Heiliger Vater auf den Balkon der Peterskirche treten wird.

Buon viaggio!

Zu sechst passten wir bequem in einen Caddy, mit dem wir uns auf den Weg über die Alpen in den Süden machten. Unterwegs hielten wir uns nicht lange auf, weil wir rechtzeitig im Quartier bei den Schwestern und anschließend am reservierten Tisch in einer Pizzeria sitzen wollten, um das Champions-League-Finale zu sehen. Den Zeitplan haben wir tatsächlich eingehalten und nachdem die Guten auch noch den ersehnten Pokal erkämpft hatten, war der Tag gerettet und wir nahmen sogar den einstündigen Fußmarsch vom Aventin zum Vatikan gerne in Kauf.

Attenzione gradino!

Am Sonntag erklommen wir zunächst die rund 500 Stufen zur Laterne über der Kuppel der Peterskirche, um den großartigen Ausblick über die Stadt zu genießen, bevor wir die Basilika selbst betraten. Um 12 Uhr gab es schon die erste Gelegenheit, den neuen Papst zu sehen. Beim Angelusgebet sprach er vom Apostolischen Palast zu den vielen Menschen auf den überfüllten Petersplatz. Mehr als die Konturen konnte man aus unserer Perspektive von Papst Franziskus nicht ausmachen, aber wir sollten ihn in den kommenden Tagen ja noch öfters sehen. Dank Vincent erfuhren wir sogar, welche Botschaft der Papst den Menschen mit auf den Weg gab.

Unser Weg führte uns am Nachmittag von der Kapuzinergruft zur Spanische Treppe, von dort zum Fontana di Trevi, über einen Haken beim Giolitti (auch wenn das Eis dort NICHT das beste ist) zum Pantheon und zur Piazza Navona. Mit einem Abend auf dem Gianicolo-Hügel bei frischen Bratwürsten vom Einweggrill und einigen Scherben fand auch dieser Tag irgendwann ein Ende.

No photo!

Am Montagvormittag waren wir Teil des Menschenwurmes, der durch die langen Gänge der Vatikanischen Museen bis hin zur Sixtinischen Kapelle kroch. Das Interesse für diesen heiligen Ort scheint sich seit dem Konklave wieder vervielfacht zu haben. Nach dem Mittagessen in Sant‘ Anselmo, einem Blick durch das berühmteste Schlüsselloch und einer Rast im Orangengarten liefen wir vom Aventin hinüber zum Kapitol, von wo wir das Antike Rom über Forum Romanum und Palatin bis zum Kolosseum in Angriff nahmen. Pizza und Pasta in Trastevere und das allabendliche Gute-Nacht-Eis in der Eisdiele unseres Vertrauens rundeten den Tag gebührend ab.

Der Dienstag war wieder sehr eindrucksvoll. Am Vormittag durften wir mit unserem eigenen Visitatore frei durch die Vatikanischen Gärten spazieren, die im Vergleich zum restlichen von Touristenmassen durchströmten Teil des Zwergstaates eine wahre Oase der Ruhe und Schönheit darstellen. Während wir innerhalb dieser Woche gleich viermal die Gelegenheit hatten, Papst Franziskus zu erleben, war vom emeritierten Papst Benedikt, den einige von uns beim letzten Aufenthalt noch aktiv erlebten, allerdings nichts zu sehen. Bei unserem Rundgang standen wir nur vor einem stark gesicherten Tor, das den Zugang zum sanierten Kloster Mater Ecclesiae, dem Altersruhesitz Papst Benedikts, verwehrt.

Ein weiterer Höhepunkt an diesem Tag war die sehr interessante Führung durch die Nekropole unter der Peterskirche, zu der täglich nur rund 250 Personen Zutritt haben dürfen. Von verschiedenen Seiten näherten wir uns auf dem Weg durch die Totenstadt der Stelle, an welcher der Apostel Petrus begraben wurde.

Viva Francesco!

Bereits kurz nach sieben Uhr warteten wir am Mittwochmorgen zunächst auf den Einlass und dann auf den Beginn der Generalaudienz. Besonders viele italienische und südamerikanische Pilgergruppen füllten den Petersplatz und ließen sich auch durch starke Regenduschen nicht vertreiben. Papst Franziskus kam zwar schon vor zehn Uhr mit seinem Papamobil, ließ sich aber sehr lange durch die Menge fahren. Die Rampe zu seinem Platz vor der Basilika ging er zu Fuß, wo wir ausharrten und ihn zum ersten Mal aus der Nähe sehen konnten.

Am Nachmittag fuhren wir zur Abwechslung zum Shoppen ins Euroma2 an den Stadtrand und besuchten auf dem Rückweg die Basilika Santa Maria Maggiore. Als wären wir an diesem Tag nicht schon genug auf den Beinen gewesen, gab es nach dem Abendessen noch einen ausgiebigen Nachtspaziergang durch die Ewige Stadt zu später Stunde, durch den wir fast den letzten Bus verpasst hätten; freundlicherweise gab es noch nach Mitternacht Eis für uns.

Kolosseum

Patatas e Carotas

Am Donnerstag besichtigten wir zunächst unter fachkompetenter Führung die Engelsburg. Von dort liefen wir zum Campo de‘ Fiori, wo wir uns zum Kauf von Küchenwerkzeugen für Patatas und Carotas verführen ließen. Und weil wir schon in der Ecke waren, statteten wir dem Palazzo Spada einen kurzen Besuch ab, um uns beim Blick durch die Galerie täuschen zu lassen. Mit einigen guten Worten ließ man Teresa sogar nach hinten gehen, damit wenigstens sie sich einen persönlichen Eindruck von der sonderbaren Bauweise machen konnte. Im Anschluss fuhren wir zu den Priscilla-Katakomben in den Norden Roms. In ihr befindet sich u.a. die berühmte Darstellung vom Guten Hirten sowie eine Madonna mit Kind, die als älteste Mariendarstellung überhaupt gilt.

Dass es sich um einen Feiertag handelte, wurde dem Rom-Besucher nur durch einen Blick in den Kalender bewusst. Dennoch findet traditionell am Abend eine Papstmesse vor der Lateranbasilika statt, der eine Lichterprozession zur Basilika Santa Maria Maggiore folgt. Nach vergeblichem Warten auf die Kommunion suchten wir uns entlang der Via Merulana eine gute Position an der Absperrung. Papst Franziskus kniete nicht wie sein Vorgänger auf dem Wagen mit dem Allerheiligsten, sondern lief hinterher, sodass man ihn leicht hätte übersehen können. Schon bald reihten wir uns ein und zogen mit dem Strom zur Basilika, wo die Liturgie mit dem Eucharistischen Segen endete.

Am Freitag trafen wir uns mit Vincent und einer Regenwolke an der Basilika St. Paul vor den Mauern mit dem Grab des Apostels Paulus. Das Portrait des neuen Papstes war in der Galerie der Päpste leider noch nicht zu finden, ist aber bestimmt in Arbeit. Dass ausgerechnet an diesem Vormittag die Orgel gestimmt wurde, ist bedauerlich. Wir werden die Basilika stets mit einem Pfeifen im Ohr in Erinnerung behalten.

Besteigen von Ausgrabungen und Ball spielen verboten!

Nach einem Rundgang durch die Ausgrabungsstätten von Ostia Antica fuhren wir zum leeren Strand und entspannten am Meer. Zum Abschluss einer erlebnisreichen Woche nahmen wir noch am Rosenkranzgebet teil, zu dem Papst Franziskus die Gläubigen auf den Petersplatz eingeladen hatte. Wie es sich gehört, gab es am letzten Abend noch eine Pizza und zum großen Bedauern von uns allen eine letzte große Portion Eis.

Arrivederci Roma!

Am Samstag stieg der Chauffeur kurz nach sieben in den Bus in Richtung Aventin, um dort den Caddy und einen Teil von Vincents Gepäck entgegen zu nehmen. Vincent kam noch zum Verabschieden mit zum Quartier, von wo wir uns begleitet von einer Regenwolke auf den Heimweg machten. Ohne Komplikationen erreichten wir bayerischen (durchnässten) Boden und unterbrachen die Reise in Weyarn, um dabei zu sein, wie die Guten noch das Triple perfekt machten. Nachts um ein Uhr endete die bis dahin längste Minisfreizeit.

Am Ende der Woche blieben viele Eindrücke: Eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten, Begegnungen mit dem Heiligen Vater, lange Fußwege, aber das alles verbunden mit viel Spaß und Begeisterung; nur der italienische Sommer ließ noch auf sich warten.

Attenzione coda!

Anstellen und Warten gehörte neben den ohnehin langen Fußmärschen zum Tagesgeschäft dazu, egal bei welchem Anlass, überall standen wir uns Löcher in den Bauch: Bei der Sicherheitskontrolle zur Peterskirche, beim Abholen der Audienzkarten und ebenso beim Einlass zur Audienz selbst, an der Bushaltestelle, an den Vatikanischen Museen, an der Eistheke, an den Toiletten sowie bei der Kommunion vor dem Lateran.

Die Stadt ist uns ein Stück vertrauter geworden und sicher alle von uns freuen sich schon auf ein nächstes Wiedersehen – die Eisverkäufer sicherlich auch.

Wo der Wildbach rauscht – Minisfreizeit 2011

Rom, München, Toledo, …. Niederaudorf. Während die vorausgegangenen Ziele eher bestaunt wurden, gab es diesmal nahezu entsetzte Reaktionen wie „Was wollt ihr denn DA?“,Da sagen sich doch Fuchs und Has‘ gute Nacht“ oder die begründeten Fragen wie „Wohin??“ oder „Wo liegt denn das überhaupt?„. Dass Niederaudorf erst im vergangenen Jahr im Wettbewerb Unser Dorf hat Zukunft zum schönsten Dorf Deutschlands ausgezeichnet wurde, hat auch niemanden überzeugt, jedoch mehr die Begründung, dass wir das Karmelitenkloster Reisach als Anlaufpunkt haben wollten.

Bei Sonnenschein verließen wir am Montag der zweiten Ferienwoche – gestärkt mit dem Reisesegen durch P. Günter – das Würzburger Kloster. Am frühen Nachmittag erreichten wir unser Ziel im Inntal, wo wir zunächst unser Quartier, das Gästehaus Böhm, anfuhren. Nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten, besorgten wir die Lebensmittel fürs Abendessen und steuerten das Kloster an, um jene zu verstauen. Die restliche Zeit des Nachmittags nutzten wir noch für einen Spaziergang zur Zollbrücke über den Inn nach Österreich und sportliche Aktivitäten im Klosterhof.

Am Dienstag Vormittag trafen wir uns hoch oben auf dem Sudelfeld mit Katharina Kern, mit der wir zur Schweinsteiger-Alm hinaufstiegen. Dort erhielten wir Einblick in den Almbetrieb, indem wir Käse selbst herstellten, zwischen Kühen und Pferden umherstreiften und uns mit einer Brotzeit sowie frischer Milch stärkten. Nach vier Stunden fuhren wir wieder zurück ins Tal, von wo es gleich zum Samerberg weiterging, um eine Runde Bauerngolf zu spielen. Zum Abendessen waren wir wieder im Kloster, wo wir bei Spielen den Tag ausklingen ließen.

Da die Unwetter erst für den Abend angekündigt waren, konnten wir am Mittwoch Vormittag zu unserer Wanderung auf den Wendelstein aufbrechen. Vom Sudelfeld stiegen wir bei sommerlichen Temperaturen in rund zweieinhalb Stunden die rund 700 Höhenmeter zum Gipfel hinauf, wo wir mit einer großartigen Aussicht belohnt wurden. Nicht zu vergessen das Glücksgefühl, den Berg zu Fuß und nicht, wie die meisten auf dem Berg anwesenden Touristen, mit einer der Bergbahnen erreicht zu haben. Abends wollten wir eigentlich im Kloster grillen, jedoch wurden wir spontan von den Landfrauen, die parallel die Segnung des Kräutergartens im Kloster feierten, zum Abendessen eingeladen.

Am Donnerstag, dem Fronleichnamstag, besuchten wir zunächst die Heilige Messe, der eine Klosterführung durch P. Bruno folgte. Zum Mittagessen sind wir gemeinsam mit den Patres in die Klosterwirtschaft Waller eingekehrt, währenddessen es sich draußen ziemlich einregnete. Am Nachmittag besichtigten wir den Fohlenhof in Ebbs (Tirol), der als Weltzentrum der Haflinger-Zucht gilt; an Pferden mangelte es wirklich nicht. Abends nahmen wir einen zweiten Grill-Anlauf, dem sich die meisten Patres anschlossen.

Den Freitag verbrachten wir im Alpamare in Bad Tölz, wo wir uns beim Rutschen, Indoor-Surfen und Herumtoben so verausgabten, dass den meisten auf der Rückfahrt nach Niederaudorf die Augen zufielen. Nach dem Abschlussessen in der Klosterwirtschaft verabschiedeten wir uns im Kloster und beendeten den letzten Tag – wie jeden Abend – mit Spielen, bevor wir uns schon wieder ans Packen machen mussten.

Am Samstag traten wir nach dem Frühstück schon wieder die Heimfahrt an, die wir jedoch in München für einen Besuch im Münchener Kloster sowie einer Runde Fußball und Badminton im Olympiapark unterbrachen.

Schnell waren die Tage vorbei und wir können auf eine fröhliche, stets harmonische Woche zurückblicken. Die Kritiker des Gold-Dorfes kann ja nun jeder selbst eines Besseren belehren.

Ein besonderer Dank geht an die Familie Böhm, die uns die ganze Woche bestens betreut und mit einem reichlichen Frühstück versorgt hat. Ein herzliches Vergelt’s Gott auch den Patres im Kloster für die Gastfreundschaft.

An den Wurzeln des Teresianischen Karmels – Minisfreizeit 2010

Wie selbstverständlich feiern wir jährlich am 15. Oktober mit einem Hochamt das Hochfest Teresa von Ávila. Selbstverständlich deshalb, weil wir Ministranten bei den Karmeliten sind. Woanders wird, wenn es gut kommt, im Hochgebet der Kirchenlehrerin gedacht, mehr aber sicher nicht. Wir werden dabei stets daran erinnert, dass die Gegenreformatorin im 16. Jahrhundert zusammen mit Johannes vom Kreuz den Orden reformierte und sich durch Gründung neuer Klöster unter dem Namen Unbeschuhte Karmeliten vom Stammorden abspaltete.

Dass wir unsere Minisfreizeit nach Rom vor drei Jahren noch überbieten können, glaubten wir sicher nicht, aber wenn das möglich war, warum sollten wir nicht auch mal dahin reisen, wo der Orden, für den wir brav unseren Ministrantendienst ausüben, seine Wurzeln hat. Keiner von uns war bisher dort und über Ávila wussten wir nicht mehr, als dass die Stadt von einer imposanten Stadtmauer umgeben ist.

Dank Internet (einschließlich Google Street View), einiger Tipps von P. Ulrich, der alle zwei Jahre eine wesentlich umfangreichere Reise entlang der Wirkungsstätten jener Heiligen anbietet, sowie intensiver Vorbereitungen traten wir am 10. August zu acht unsere Reise in die Fremde an.

Mit dem ICE fuhren wir zunächst zum Frankfurter Flughafen, von wo wir mit der Iberia zum neuen Vorzeige-Terminal von Madrid  flogen. Mit der Metro quer durch die Stadt und einer weiteren Stunde im Bus erreichten wir am frühen Abend Toledo. Toledo? Wieso Toledo. Es war doch von Ávila die Rede oder ist das ein Stadtteil von Toledo? Teresa von Toledo? Aha. P. Ulrich riet uns ab, in Ávila unsere Zelte aufzuschlagen, da dort wohl nach Sonnenuntergang die Gehsteige hochgeklappt werden. Zudem könne man in Toledo besser wohnen als dass wir uns in Ávila irgendein Hotel suchen müssen. So war es auch. Im Kloster wurden wir von P. Chema herzlich empfangen und das Haus war fortan in unseren Händen, zumindest fühlten wir uns sehr schnell heimisch (was nicht nur an der von uns so bezeichneten Carmel Lounge lag). Nach dem Abendessen wagten wir uns zu einem ersten nächtlichen Spaziergang in die engen Gassen der Stadt, wo man glaubt, die Zeit sei um einige Jahrhunderte zurückgedreht.

Aus Jugendherbergszeiten waren wir gewöhnt, dass trotz Ferien um acht Uhr das Frühstück auf dem Tagesplan stand. So empfanden wir einen zusätzlichen Schwall an Urlaubsfeeling, dass es erst ab neun Uhr Frühstück  gab (bis halb zehn waren dann alle – gestaffelt nach Zimmern – anwesend). Gesättigt machten wir uns anschließend auf, um mit Toledo vertrauter zu werden. Unser erstes Ziel war gleich zwei Gassen weiter, nämlich die ehemalige Moschee El Christo de la Luz, ein über 1000 Jahre altes Bauwerk aus der Zeit, als die Iberische Halbinsel noch von den Mauren besetzt war. Später wurde die Moschee zu einer christlichen Kirche umgewandelt; sichtbar nicht nur durch die veränderte Architektur, sondern auch durch inzwischen verblasste Fresken.

Mit einem Schwenk zum Alcázar, der Festung, die das Stadtbild wesentlich prägt, gingen wir zur Kathedrale, die nicht nur durch ihre gotische Architektur beeindruckt, sondern durch die vielen enthaltenen Schätze, von denen besonders die Sakristei mit vielen Werken El Grecos hervorzuheben ist. Mit einem Spaziergang oberhalb des Tajo-Ufers war der Vormittag auch schon vorüber, so dass wir uns zur Siesta ins Kloster zurückzogen. Ausgeruht zogen wir wieder los und besuchten das Schwesternkloster, wo man uns freundlicherweise den Schlüssel für die Kirche anvertraute. Unser Weg führte uns weiter durchs ehemalige jüdische Viertel zur Kirche Santo Tomé, wo sich eines der berühmtesten Gemälde El Grecos, Das Begräbnis des Grafen von Orgaz, befindet. Den Abend verbrachten wir entsprechend gemütlich auf der Gartenterrasse, schließlich hatten wir einen 18. Geburtstag zu feiern.

Toledo liegt leider verkehrstechnisch nicht so zentral, dass man auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen kann, um unsere Ziele schnell zu erreichen. Das wussten wir natürlich schon vorher, daher haben wir uns zwei Mietwagen reserviert. Am Mietwagenverleih erfuhren wir, dass nur ein Auto für uns bereit stand, weil man einfach mal davon ausgegangen ist, dass unter einem Namen keine zwei Autos gebraucht werden können. Nun musste der zweite Wagen erst von Madrid nach Toledo gefahren werden, was für uns bedeutete, dass sich die Abfahrt nach Ávila um einen Vormittag verschob. Bis zur Mittagszeit hatten wir dann schließlich auch unsere ersten fahrtechnischen Erfahrungen mit den engen Gassen Toledos, die sicher nicht für den Autoverkehr angelegt wurden – ein wahres Abenteuer. Mit einem Peugeot 308 und einem Volvo V50 fuhren wir schließlich auf der N-403 zum ursprünglichen Ziel unserer Reise, Ávila. Auf jener Straße war seinerzeit auch Johannes vom Kreuz unterwegs, allerdings ohne Auto. Wir erreichten die höchstgelegene Stadt Spaniens (1128 m) aufgrund unserer Verzögerung natürlich später als geplant, sodass wir uns genau überlegen mussten, was wir unter Berücksichtigung der Öffnungszeiten noch sehen wollen bzw. können. Wir starteten in der Kathedrale und gingen von dort zum Convento de San José, dem ersten von der hl. Teresa gegründeten Kloster (1562). Pflichtprogrammpunkt war auch der Besuch im Kloster La Santa mit der Geburtskirche der Nationalheiligen. Relativ neu ist dort das Museum, das Einblick in das Leben Teresas und ihre Spiritualität gibt. Der bekannteste Ort in Ávila ist sicherlich Los quatro postes, von wo es einen Postkartenblick auf die Stadt, einschließlich der beeindruckenden Stadtmauer gibt. Besser gibt es diesen Blick nur bei Nacht, sodass wir die Zeit bis zum Einbruch der Dunkelheit mit einem gemütlichen Abendessen auf der Plaza überbrückten.

Ávila ist mit einer Stunde Fahrt von Toledo ja noch gut erreichbar. Trotzdem wollten wir an unseren Zielen, die uns bei Àvila als Ausgangspunkt vorgenommen haben, festhalten. Salamanca ist jedoch eine weitere Stunde in westlicher Richtung – also gar nicht mehr weit von Portugal. Unsere schöne Partnerstadt und das benachbarte Alba de Tormes war uns die lange Autofahrt aber dennoch wert und wir bereuten sie nicht. Was wäre unsere Fahrt auf den Spuren der hl. Teresa, wenn wir nicht mal das Grab aufgesucht hätten? Jenes findet man in Alba de Tormes, ein kleiner unspektakulärer Ort 20 km südlich von Salamanca. Zunächst trifft man am Ortsrand auf eine verunstaltete Bauruine einer Basilika, die man wohl zu Ehren der Heiligen errichten wollte. Im Ortskern finden sich zwei Klöster  nebeneinander, von denen das Schwesternkloster die Grabeskirche mit dem Reliquienschrein enthält.
Rund drei Stunden später saßen wir nach einer weiteren langen Autofahrt in einem Restaurant Toledos beim Abendessen, wo wir von einem Fußballspiel zwischen Real Madrid und dem FC Bayern unterhalten wurden.

Am nächsten Vormittag fuhren wir zum nächsten Postkartenmotiv, diesmal auf der anderen Seite des Tajos, von wo man den besten Blick auf Toledo genießen kann. Der kürzeste Weg dorthin, wie wir ihn von einem Pater gezeigt bekamen, erwies sich als Fahrprüfung durch die engsten Gassen Toledos, die wir nur mit eingeklappten Spiegeln und Schweißausbruch passieren konnten, allerdings erfolgreich. Den Rest des Tages verbrachten wir im Aquopolis, einem Spaßbad bei Madrid.

Der 15. August ist auch in Spanien ein Feiertag, der fiel dieses Jahr aber auf einen Sonntag, sodass wir mit dem Besuch des Gottesdienstes gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlugen. Nach drei Tagen im Auto waren blieben wir gerne in Toledo, um dort noch ein paar Eindrücke zu sammeln wie z.B. das maurische Viertel, das Foltermuseum sowie – nach der Siesta – die ehemalige Synagoge Santa Maria de la Blanca.
Johannes vom Kreuz machte sich mit seinen Reformideen – wie man sich gut vorstellen kann – bei seinen Mitbrüdern weniger beliebt, sodass sie ihn ins Klostergefängnis von Toledo einsperrten. Dort entkam er nach neun Monaten und an jener Stelle befindet sich eine Tafel. Dieses Wissen hatten wir und eine sehr grobe Lagebeschreibung auch. Nur das Finden kostete Geduld, die wir solange strapazierten, bis wir den Anrufjoker in Anspruch nahmen.

Am Montag fuhren wir mit dem Bus nach Madrid, wo wir nicht – wie man es erwarten könnte – die ersten Sehenswürdigkeiten ansteuerten, sondern die Botschaft: Einer von uns hatte – vermutlich in Salamanca – seinen Geldbeutel mit Ausweis verloren, den wir allerdings für die Rückreise am folgenden Tag benötigten. Wir hielten uns an die Schalterzeiten, die man uns am Telefon mitgeteilt hatte. Wen man auf diesem Posten geparkt hat, wissen wir bis heute nicht, jedenfalls trafen die Informationen hinten und vorne nicht zu, sodass es zu intensivsten Verhandlungen kam. Dennoch, uns fehlte eine polizeiliche Verlustanzeige, die wir uns erst im nächsten Polizeirevier ausstellen lassen mussten. Somit trennte sich die Gruppe in eine Sightseeing (6) – und eine Botschaft-Gruppe (2). Dass wir den Passersatz dann doch im Verhältnis zügig in der Tasche hatten, war beruhigend, denn so gab es noch genug Gelegenheit, Madrid von der Kathedrale bis zum Bahnhof Atocha zu durchkreuzen, um von dort (bereits im Retiropark fand sich die Gruppe wieder zusammen) mit dem Zug zurück nach Toledo zu fahren.

Nach einer Woche stand die Rückreise leider schon wieder an und wir mussten diesen schönen Ort in Richtung Heimat verlassen. Ohne Schwierigkeiten unterwegs kamen wir wieder in Würzburg an, voller Eindrücke und einer Portion Stolz auf unser rundum gelungenes und sicher größtes Unternehmen.

In der Galerie gibt es noch mehr Fotos unserer Spanien-Reise oder die schnelle Variante in 88 Sekunden:

Freizeitplanungen

Da in den kommenden Pfingstferien mindestens drei Minis aufgrund familiärer Urlaubsplanung nicht verfügbar sind, haben wir uns im Rahmen der Minisstunde schnell darauf geeinigt, die Planungen für die Minisfreizeit 2009 einzustellen. Als Ersatz ist ein Kurztrip in einen Freizeitpark angedacht; wann das stattfinden soll, steht jedoch noch in den Sternen.

Pilgerreise in die Ewige Stadt – Minisfreizeit 2007

Die Planungen hatten schon ein Jahr zuvor begonnen, die Idee war noch älter. Zunächst mussten die Eltern davon überzeugt werden, dass dieses Projekt keine Luftblase ist, die angesichts der entstehenden Kosten zu platzen droht, und dass Rom für die kleine Jugendgruppe im Alter zwischen 12 und 16 Jahren durchaus schon geeignet ist, auch wenn vielleicht einige Klischees dagegen sprachen.
San PietroDas finanzielle Problem wurde von uns durch gewinnbringende Aktionen selbst gelöst, aber auch Kloster und Provinzial gaben ihren Zuschuss zu dieser Reise. Für den Rest musste ein Teil der Ersparnisse herhalten.
Gestärkt durch den Reisesegen, den wir am Vorabend von P. Raoul erhalten hatten, flogen wir am Dreifaltigkeitssonntag 2007 nach Rom.
Vor Ort waren alle sonstigen Bedenken wie weggeblasen, denn alles andere als gefährlich erwies sich die Ewige Stadt am Tiber. Sofort erkannten wir, dass die Italiener wesentlich unkomplizierter sind als die Deutschen, denn hier kann man fahren wie man will und auch rote Ampeln scheint es nicht zu geben. Wenn man die Straße überqueren möchte, dann macht man das einfach. Die römischen Autofahrer warten fast schon darauf, denn sie bremsen entsprechend ab, ohne rücksichtslos auf dich zuzusteuern.
Warum reden immer alle von Taschendieben? Auch die scheinen in dieser Woche im Urlaub gewesen zu sein, denn von Langfingern war weit und breit keine Spur. Vielleicht strahlten wir auch eine seltene Souveränität aus, denn wie in der Heimat bewegten wir uns in Bus oder Metro und es sah beinahe so aus, als wohnten wir seit Monaten in Rom.

Wenn man sich innerhalb des Eurolandes bewegt und kein Geld wechseln muss, dann sollte es auch sprachlich irgendwie funktionieren. So war es dann auch. Der stark begrenzte italienische Wortschatz, welcher kurz zuvor oder erst während des Aufenthalts angeeignet wurde,  reichte immerhin, um sich die Straßenhändler vom Leib zu halten, sich durch Menschenmassen zu kämpfen oder um sich einfach nur für eine Gefälligkeit zu bedanken. In anderen Situationen half – wie auch anderswo – die englische Sprache aus. Auf die Schweizer Garde trafen wir leider nicht, denn mit dem päpstlichen Wachpersonal hätten wir sogar Deutsch sprechen können.

Das Programm für die Zeit von Sonntag bis Freitag war randvoll. Umso vorteilhafter erwies sich die Lage des Quartiers, ein Kloster zwischen der Piazza Navona und dem Campo de’ Fiori, von dem so ziemlich alle bekannten Sehenswürdigkeiten bequem zu Fuß erreichbar sind. Die Ausstattung war einfach, ebenso war das Haus ab 23 Uhr geschlossen, aber dafür wohnten wir in einem Pilgerhaus und sehr günstig.

Am Montag besichtigten wir die Peterskirche mit Kuppel und begaben uns nach einer Mittagspause in den Kolonnaden in Richtung Vatikanische Museen. Die Schlange war so lang, dass wir uns für ein Überholmanöver entschieden, um doch noch die Sixtinische Kapelle zu Gesicht zu bekommen. Abends ließen wir den Tag beim Sonnenuntergang im Circus Maximus ausklingen.Circus Maximus

„Da wir schon einen anstrengenden Tag im Vatikan hinter uns hatten (Schlange stehen, Treppen laufen, Hitze, Menschenmassen), wollten wir den Tag auf entspannendere Weise beenden. Abends stiegen wir in die Metro ein und fuhren bis zum Circus Maximus. In diesem antiken ‚Stadion’ machten wir am Fuße des Palatins Picknick. Außerdem schlossen wir uns darauf noch den vielen Joggern an und liefen eine Runde auf der antiken Strecke.“

Den Dienstag Vormittag verbrachten wir im antiken Rom, durchquerten vom Kapitol aus das Forum Romanum und erreichten nach der Besichtigung des Palatins das Wahrzeichen der Stadt – das Kolosseum.
Nachmittags fuhren wir mit dem Bus zur Villa Torlonia im Nordosten Roms, wo von 1925 bis 1943 Benito Mussolini residiert hat. Unscheinbar am Rand der Anlage steht das Villino Medioevale, in dem sich ein Multimedia-Zentrum für junge Leute, die sog. „Technotown“, befindet. In sieben Räumen können sich die Besucher mit technische Innovationen vertraut machen, wie z.B. dreidimensionale Spiele auf Mond und Mars, Roboter oder BlueBox-Technik. Anders als in den meisten anderen „Museen“ dürfen die Jugendlichen aus der Beobachterrolle schlüpfen und selbst aktiv werden.

„Nachdem wir schon viele antike Stätten besucht hatten, stand etwas sehr Modernes auf demLa Technotown Programm: „La Technotown“. Technotown ist eine Erlebnisausstellung mit viel Technik, z.B. der Bildhauerroboter. Dieser funktioniert folgendermaßen: Von einer beliebigen Person wird ein Foto gemacht, dieses wird bearbeitet und in den Roboter eingespeichert. Anschließend prägt der Roboter das Gesicht der Person millimetergenau in einen Styroporblock ein.“

Obwohl die Technotown vorwiegend auf italienisches Publikum eingestellt ist, bewies das Personal sein italienisches Improvisationsvermögen und bemühte sich, alles nicht durch Visualisierung darzustellende Material auf Englisch zu vermitteln. Im Anschluss an die zweistündigen Führung folgte ein Abendessen auf Mussolinis Fußabstreifer und später eine Portion Eis.

PapstaudienzNach einer kurzen Nacht standen wir kurz nach halb acht auf dem Petersplatz und warteten auf den Einlass. Schließlich hatten wir besondere Karten für den Sitzblock auf den Stufen direkt neben dem Papst und wollten uns daher besonders gute Plätze sichern. Über zwei Stunden mussten wir dennoch unter der immer heißer werdenden Sonne aushalten, bis der Heilige Vater schließlich durch die Reihen zu seinem Platz fuhr.
Erschöpft vom Vormittag fuhren wir nach dem Mittagessen zum Strand von Lido di Ostia.

„Der Sand war sehr fein dort und auf dem Meer stiegen hohe Wellen empor. Wir waren uns einig, dass dieser Strand besser als jedes Schwimmbad war.“

Am Donnerstag Vormittag besichtigten wir die Priscilla-Katakomben, in denen u.a. die älteste bekannte Darstellung Marias als Mutter Jesu zu sehen ist.
Ein weiterer Höhepunkt war die Einladung des Generaloberen P. Luis Aróstegui (auf dem Foto vorne in der Mitte) zum Mittagessen in die Gruppenfoto mit GeneralGeneralkurie der Unbeschuhten Karmeliten. Obwohl der Besuch von Jugendlichen in dieser Anzahl eher selten ist, waren die Patres des internationalen Konvents äußerst gastfreundlich und kontaktfreudig. P. Ulrich Dobhan (auf dem Foto hinten links), inzwischen Provinzial in Deutschland, vermittelte schließlich einen kleinen Einblick in die Organisation und das Leben in der „Regierung“ des Ordens. Mit vielen positiven Eindrücken zogen wir zur Spanischen Treppe, dem  Fontana di Trevi sowie über das Pantheon zurück zum Quartier.
Die beeindruckende Papstmesse mit der anschließenden Fronleichnamsprozession an der Lateranbasilika gab der Romfahrt den würdigen Abschluss. Zunächst machten wir es uns mit allen anderen Pilgern auf der großen Wiese vor der imposanten Fassade bequem und Prozessionverfolgten die Eucharistiefeier, auch wenn die Sicht trotz Nähe zum Heiligen Vater recht eingeschränkt war. Im Anschluss an die Kommunion zogen wir zur Via Merulana und sicherten uns eine gute Position an der Absperrung. Nachdem der Wagen mit dem knienden Papst Benedikt an uns vorbeigefahren war, schlossen wir uns der Prozession an und folgten dem Strom bis zur Basilika Santa Maria Maggiore.

„Ich glaube, ich habe noch nie so viele christliche Pilger gesehen.“

Am Freitag flogen wir mit allen gesammelten Eindrücken wieder zurück in die Heimat, wo wir seitdem wieder Deutsch sprechen und rote Ampeln beachten müssen. Den Beweis, dass auch eine kleine Jugendgruppe eine große Stadt unbeschadet erkunden kann, haben wir mit Bravour erbracht.

Eine Mischung aus Vergnügen und Bildung – Minisfreizeit 2008

Wie üblich fuhren wir in der zweiten Pfingstferienwoche auf Minisfreizeit – diesmal in die bayerische Landeshauptstadt München. Das Programm sollte – trotz Städtereise – weniger kulturlastig sein wie die Rom-Reise im vergangenen Jahr, aber dennoch die Interessen aller Teilnehmer berücksichtigen sowie den eigentlichen Charakter einer Ministrantenfahrt bewahren. Betreut wurden wir vor Ort von P. Günter, der noch bis August in der Münchener Stadtpfarrei St. Theresia als Kaplan tätig war und im Anschluss sein Amt als Prior des Würzburger Klosters antrat.

Schon am zweiten Tag stand ein Termin im Bayerischen Landtag an. Nach dem Einblick in die OrdensleitungBesuch im Landtag des Teresianischen Karmels in Rom vor einem Jahr, hatten wir diesmal die Möglichkeit, die Räumlichkeiten und Funktionen des Parlaments unseres Freistaats kennen zu lernen. Geführt wurden wir von Herrn Michael Schmitt, der schon in Würzburg studierte und einige Jahre am Deutschhaus-Gymnasium unterrichtete. Nachdem wir uns in den bequemen Sitzen des Plenarsaals niedergelassen hatten, erklärte Herr Schmitt, u.a. wo der Ministerpräsident und seine Staatsminister sitzen, warum nicht immer alle Abgeordneten anwesend zu sein scheinen und was sie stattdessen tun, wie genau eine Sitzung protokolliert wird und dass der Landtagspräsident dem Redner auch mal „den Saft abdrehen“ kann, wenn er seine Zeit überschreitet.

Am Fronleichnamstag besuchten wir das Karmelitenkloster. Im Gegensatz zum Reuererkloster betreuen die Münchener Patres eine große Stadtpfarrei, wodurch das Ordensleben etwas in den Hintergrund rückt, aber dennoch nicht zu kurz kommt, denn schließlich wohnt dort der Provinzial. Nachwuchssorgen hat die Ministrantengruppe aufgrund der großen Gemeinde jedoch nicht. Nach dem Rundgang nahmen wir am Gottesdienst teil und sahen unseren Kollegen bei der „Arbeit“ zu.
Mittags ging es nach Dachau zur KZ-Gedenkstätte. Das Konzentrationslager war das erste seiner Art, das nur wenige Wochen nach der Machtergreifung Hitlers errichtet wurde, und diente als Modell für alle anderen Lager. Die Atmosphäre, die dieser Ort ausstrahlt und durch das schlechte Wetter zusätzlich verstärkt wurde, Karmel Heilig Blut Dachauentging auch uns nicht. Oft schweigsam gingen wir die einzelnen Stationen auf dem Gelände ab. Im Anschluss an den Dokumentarfilm trafen wir uns mit P. Günter bei den Schwestern des Karmel Heilig Blut, deren Kloster direkt an das ehemalige KZ-Gelände grenzt. Schwester Johanna setzte sich mit uns zusammen und half, die vielen Eindrücke zu verarbeiten. Warum lässt man sich an dieser Stelle nieder, ist nur eine vieler Fragen, die zu beantworten waren. Das Kloster wurde 1964 mit der Intention gegründet, diesen Ort einstigen Grauens zu einer Stätte des Opferns und des Gebets zu machen und gerade hier ein lebendiges Zeichen aufzurichten. Sogar die Konzeption ist ganz auf das ehemalige Konzentrationslager bezogen: Die Grundgestaltung ist die des Kreuzes, seine Achse ist die der Lagerstraße und die Zellen gleichen den Baracken. So wie wir nehmen viele Besucher das Angebot der Schwestern wahr, auch wenn sie vielleicht anfangs nur unter einem nichtigen Vorwand an der Pforte läuten; die Zahl ist dennoch steigend.

Wo bleibt nun das Vergnügen?
An Spaß mangelte es in der Woche sicherlich nicht. Abgerundet wurde das Programm u.a. mit  der Besichtigung der Allianz-Arena, einem Tag in den Erdinger Thermen und den Spieleabenden im St.Theresia-Stüberl im Pfarrheim.

Letztlich war für jeden etwas dabei und wir kamen mit gestärktem Gruppengefühl wieder zuhause an.