Hl. Teresa von Ávila (1515 – 1582)

Für die Karmeliten ist der 15. Oktober ein besondereres Datum, denn an diesem Tag feiern sie das Hochfest ihrer Ordensmutter Teresa von Ávila. Grund genug, um sich ein bisschen mit ihrem Leben auseinanderzusetzen:

Teresa Sánchez de Cepeda y Ahumada wurde am 28. März 1515 in Ávila (Kastilien) als fünftes von elf Kindern geboren. Ihre Frömmigkeit wurde durch ihre frommen und guten Eltern begründet. Ihr Vater entstammte einer reichen jüdischen Familie, die zum christlichen Glauben konvertiert ist, ihre Mutter aus einer kastilischen Adelsfamilie. Schon als Kind wollte sie zusammen mit ihrem Bruder im Kampf gegen die Mauren den Märtyrertod sterben oder baute mit ihm Eremitenzellen oder spielte mit ihren Spielgefährten Kloster. Ihre Mutter verlor Teresa schon im Alter von 14 Jahren.

1531 kam Teresa ins Internat der Augustinerinnen, das sie jedoch nach zwei Jahren wegen einer schweren Krankheit Teresa von Jesuswieder verließ. Aus Angst vor der ewigen Verdammnis und dem Schicksal einer verheirateten Frau entschied sie sich für das Leben im Kloster und trat am 2. November 1535 ins Karmelitinnenkloster Encarnación in Ávila ein, wo sie zwei Jahre später ihre Profess ablegte. Ihr Leben stand unter dem Zeichen der Freundschaft mit Gott, die sie zu Jesus Christus pflegte, aber auch zu ihren Mitmenschen. Das Gebet beschrieb sie als das Verweilen bei einem Freund, der uns liebt. Nach Visionen der Hölle und Ekstasen kam Teresa die Idee, ihren Orden zu reformieren und gründete 1562 ihr erstes Kloster San José in Ávila, das sich an der ursprünglichen Wüstenspiritualität des Karmel orientieren sollte. Mit Erlaubnis des damaligen Ordensgenerals folgte ab 1567 die Gründung weiterer Reformklöster. Im selben Jahr begegnete sie Johannes vom Kreuz, der in ihrem Auftrag 1568 das erste Männerkloster der Unbeschuhten Karmeliten gründete. Nach päpstlicher Anordnung wurden die Unbeschuhten Karmeliten 1582 vom Stammorden getrennt und als eigene Ordensprovinz anerkannt. Am 4. Oktober 1582 starb Teresa von Jesus (ihr Ordensname) an den Folgen eines Blutsturzes in Alba de Tormes.

Teresa war Zeitgenössin großer Persönlichkeiten und bedeutender historischer Ereignisse, u.a. König Ferdinand V. (1452-1516), Kaiser Karl V. (1500-1558), der Thesenanschlag Martin Luthers 1517, das Konzil von Trient 1545-1563 oder die Hugenottenkriege in Frankreich 1562-1598.

Ihre Hauptwerke sind u.a. Die Wohnungen der inneren Burg, ihre Autobiographie Buch meines Lebens, der Weg der Vollkommenheit und das Buch der Klostergründungen.

Teresa von Ávila wurde bereits 1614 selig gesprochen und 1617 zur Patronin Spaniens ernannt. Im Jahr 1622 folgte die Heiligsprechung und 1970 schließlich die Ernennung zur ersten Kirchenlehrerin durch Papst Paul VI.

In unserer Kirche wird die Heilige Teresa sowohl an der Außenfassade als auch auf dem Chorwandgemälde mit einem Engel dargestellt, der die Heilige mit dem Strahl der göttlichen Liebe durchbohrt. Die Darstellungen ähneln der sog. Hl. Theresia in der Verzückung von Gian Lorenzo Bernini, die sich in der römischen Karmelitenkirche Santa Maria della Vittoria befindet.