Geburtstagsleid

Am 30. April hatte Lukas Geburtstag. Den Tag haben wir nicht sonderlich begangen, sondern haben im Büro von Emidio (Haupthandwerker Sant’Anselmos) ein bisschen Kuchen gegessen. Herzlichen Glückwunsch dennoch. 😀

Am 1. Mai geht in Rom die Post ab. Zig Konzerte und Veranstaltungen werden gegeben, um den Tag der Arbeit zu feiern. Wir wurden allerdings von Wolfgang, der uns bisher immer die Karten für die Gärten besorgt hat, eingeladen, mit ihm zum Essen nach Rocca di Cave zu fahren. Nur wenige Kilometer von Rom entfernt beginnen schlagartig die Albanerberge und, ehe man sich versieht, ist man in 1200m Höhe. Die Straßen im Gebirge sind sehr kurvig und zum Teil so eng, dass man selbst mit einem Auto Probleme hat zu passieren. Natürlich trotzdem „zweispurig“. Unser Gastgeber hatte dabei einen so halsbrecherischen Fahrstil drauf, dass mir nach einigen Serpentinen alles verging.

Die Alabanerberge sind wirklich großartig. Wenn es nicht dießig ist, wie natürlich bei unserem Ausflug, dann kann man bis zum Meer sehen.

Lichter Blick

Zahllose Serpentinen später fanden wir uns auf dem erstaunlich flachen und weitläufigen Dach des Gebirges wieder; und wurden überrascht. Eine Stunde fuhren wir auf verlassenen Trampelpfaden, die von Menschen gebaut wurden, die sich einen VW Touran nicht in ihren schlimmsten Träumen hätten vorstellen können, und auf einmal stoßen wir auf dem Gipfel auf Hunderte von diesen Vans. Zahlreiche Familien nutzten den Tag der Arbeit um auf den almartigen Ebenen zu grillen, zu campieren oder Fußball zu spielen.

1200m

Zuerst fuhren wir in eine alte Kirche, die nur noch von zwei schrulligen Polen bewohnt wurde. Papst JP2 sei gerne dort gewesen heißt es. Wer war also zuerst da? Der Papst oder die Polen? Das alte Gemäuer liegt an einer Grotte, in der dem Heiligen Irgendwas mal ein Hirsch begegnet sein soll, der ein Kreuz als Geweih hatte. Der Eingang zur Grotte ist allerdings so eng, dass schon ein übergewichtiger Mensch ernsthafte Probleme hat hineinzukommen. Und da soll ein Hirsch rein? Vielleicht eine evolutionäre Anpassung. Ein Geweih wäre zu breit, um in die Grotte einzutreten, also sind Tiere mit einem Kreuz statt eines breiten Geweihs auf dem Kopf selektiv bevorzugt … in der Grotte … oder so. Oben auf dem Hügel war ne Glocke. Die war cool.

kärch

Grotteneingang

Grodde

Grotte von innen

grodde innen

Treppen, die von der Kirche auf einen Glockenberg führen

dreppe

Glockenberg

Glockenberg

Wir haben Fun beim Glockenläuten… und gehen allen tierisch auf den S…

glogge

Blick vom Glockenberg aus

bligg

Danach fuhren wir nach Rocca di Cave, um eine angeblich hervorragende Pasta zu essen. Das vegetarische Menü war zwar eher fränkisch (nicht existent), aber die Köche machten mir gerne eine, Achtung, Extrawurst. Und ich muss gestehen: Die Nudeln sind wirklich atemberaubend.

gude pasda

Schließlich fuhren wir wieder hinab – in einem Stil, dass mir die Pasta fast wieder halbverdaut entglitt (Hohe Geschwindigkeit auf kurzer Geraden, dann Motorbremse kurz vor der Kurve).

Zapfen

Bei Valmontone gibt es einen Freizeitpark, den wir noch besuchen wollten.

Bark

Allerdings überredeten uns die Menschenmassen und die Eintrittspreise dazu, doch lieber in die Outletstadt gegenüber zu gehen. Dort verscherbelten große Marken wie Adidas und Nike ihre aktuellen Restbestände für wenig Geld. Manchmal auch für viel. Aber mit ein bisschen Suchen wurde man fündig. Die Stadt war sehr unheimlich. Überall wie gegossene bunte Fassaden. California Girls und Werbung drang einem von Lautsprechern in die Ohren. Und dazu noch dieses schwüle Klima. Wer hier den ganzen Tag arbeiten muss, wird irgendwann wahnsinnig. Oder einfach so träge und langsam wie die Adidasverkäuferin.

Audledd

Ich rieche dich…

Brave new world

Um den Tag abzurunden, schlug unser Gastgeber vor, uns noch eine originale alte Römerstraße zu zeigen, die fast niemand kennt. Diesen Outsiderstatus hat sie wohl daher, dass sie einfach nicht zu finden ist. Wir fuhren am Fuße der Albanerberge durch diffuse Ministraßen, die links und rechts von meterhohem Gras gesäumt waren. Überall waren ausrangierte Billigvillen, die alle zum Verkauf standen. Nach einer halben Stunde Suche – auf dem Navi bewegten wir uns auf einer weißen Fläche – gaben wir auf und beschlossen, den Tag dann doch lieber mit einem Besuch in Castel Gandolfo zu beenden.

berch

Ich dachte immer Castel Gandolfo sei eine Hochsicherheitsvilla des Papstes überhalb irgendeines Sees. Ist es aber nicht. Es ist ein Dorf.

gandolfo

Der Papst wohnt auch nicht abgeschottet, er wohnt eigentlich mitten in der Stadt am Kopfe der großen Piazza. (Das auf dem Foto ist ne Kirche, nicht das Papsthaus. Das Papsthaus ist auf dem Foto nicht zu sehen. :P)

Piazza

Schließlich warfen wir noch einen Blick auf den See.

alde

Und fuhren dann nach Hause…

FORZA BAYERN!!