Eine Mischung aus Vergnügen und Bildung – Minisfreizeit 2008

Wie üblich fuhren wir in der zweiten Pfingstferienwoche auf Minisfreizeit – diesmal in die bayerische Landeshauptstadt München. Das Programm sollte – trotz Städtereise – weniger kulturlastig sein wie die Rom-Reise im vergangenen Jahr, aber dennoch die Interessen aller Teilnehmer berücksichtigen sowie den eigentlichen Charakter einer Ministrantenfahrt bewahren. Betreut wurden wir vor Ort von P. Günter, der noch bis August in der Münchener Stadtpfarrei St. Theresia als Kaplan tätig war und im Anschluss sein Amt als Prior des Würzburger Klosters antrat.

Schon am zweiten Tag stand ein Termin im Bayerischen Landtag an. Nach dem Einblick in die OrdensleitungBesuch im Landtag des Teresianischen Karmels in Rom vor einem Jahr, hatten wir diesmal die Möglichkeit, die Räumlichkeiten und Funktionen des Parlaments unseres Freistaats kennen zu lernen. Geführt wurden wir von Herrn Michael Schmitt, der schon in Würzburg studierte und einige Jahre am Deutschhaus-Gymnasium unterrichtete. Nachdem wir uns in den bequemen Sitzen des Plenarsaals niedergelassen hatten, erklärte Herr Schmitt, u.a. wo der Ministerpräsident und seine Staatsminister sitzen, warum nicht immer alle Abgeordneten anwesend zu sein scheinen und was sie stattdessen tun, wie genau eine Sitzung protokolliert wird und dass der Landtagspräsident dem Redner auch mal „den Saft abdrehen“ kann, wenn er seine Zeit überschreitet.

Am Fronleichnamstag besuchten wir das Karmelitenkloster. Im Gegensatz zum Reuererkloster betreuen die Münchener Patres eine große Stadtpfarrei, wodurch das Ordensleben etwas in den Hintergrund rückt, aber dennoch nicht zu kurz kommt, denn schließlich wohnt dort der Provinzial. Nachwuchssorgen hat die Ministrantengruppe aufgrund der großen Gemeinde jedoch nicht. Nach dem Rundgang nahmen wir am Gottesdienst teil und sahen unseren Kollegen bei der „Arbeit“ zu.
Mittags ging es nach Dachau zur KZ-Gedenkstätte. Das Konzentrationslager war das erste seiner Art, das nur wenige Wochen nach der Machtergreifung Hitlers errichtet wurde, und diente als Modell für alle anderen Lager. Die Atmosphäre, die dieser Ort ausstrahlt und durch das schlechte Wetter zusätzlich verstärkt wurde, Karmel Heilig Blut Dachauentging auch uns nicht. Oft schweigsam gingen wir die einzelnen Stationen auf dem Gelände ab. Im Anschluss an den Dokumentarfilm trafen wir uns mit P. Günter bei den Schwestern des Karmel Heilig Blut, deren Kloster direkt an das ehemalige KZ-Gelände grenzt. Schwester Johanna setzte sich mit uns zusammen und half, die vielen Eindrücke zu verarbeiten. Warum lässt man sich an dieser Stelle nieder, ist nur eine vieler Fragen, die zu beantworten waren. Das Kloster wurde 1964 mit der Intention gegründet, diesen Ort einstigen Grauens zu einer Stätte des Opferns und des Gebets zu machen und gerade hier ein lebendiges Zeichen aufzurichten. Sogar die Konzeption ist ganz auf das ehemalige Konzentrationslager bezogen: Die Grundgestaltung ist die des Kreuzes, seine Achse ist die der Lagerstraße und die Zellen gleichen den Baracken. So wie wir nehmen viele Besucher das Angebot der Schwestern wahr, auch wenn sie vielleicht anfangs nur unter einem nichtigen Vorwand an der Pforte läuten; die Zahl ist dennoch steigend.

Wo bleibt nun das Vergnügen?
An Spaß mangelte es in der Woche sicherlich nicht. Abgerundet wurde das Programm u.a. mit  der Besichtigung der Allianz-Arena, einem Tag in den Erdinger Thermen und den Spieleabenden im St.Theresia-Stüberl im Pfarrheim.

Letztlich war für jeden etwas dabei und wir kamen mit gestärktem Gruppengefühl wieder zuhause an.

Ein Gedanke zu „Eine Mischung aus Vergnügen und Bildung – Minisfreizeit 2008“

  1. Schöner Text.
    Ist aber eine Leichtigkeit für einen angehenden Deutschleherer wie dich. =)
    Ne, ist wirklich gut…

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